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Montag und Dienstag geschlossen
Tel. +41 (0) 55 246 54 54
höchstgelegenes Gasthaus im Kant. Zürich auf 1200 M.ü.M.
Ihr Naherholungsgebiet der Stadt und Agglomeration Rapperswil, Winterthur und Zürich
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über uns: NZZ 2005
Nah am Himmel
Das höchstgelegene Restaurant im Kanton Zürich
Das Gasthaus Alp Scheidegg oberhalb von Wald ist das höchstgelegene Restaurant im Kanton Zürich. Es liegt auf fast 1200 Metern über Meer auf einer prächtigen Aussichtsterrasse und ist wegen des Schlittelwegs auch im Winter ein beliebter Ausflugsort.
-yr. Immer wieder mal wenden findige Köpfe ein, das Gasthaus Alp Scheidegg liege nicht, wie vielerorts angepriesen, auf 1200 Metern über Meer, sondern gemäss offizieller Messung bloss auf 1197 Metern. Zumindest sein Schlafzimmer im obersten Stock des Hauses liege garantiert über 1200 Meter, hält Kurt Züger diesen Kritikastern jeweils entgegen. Seit bald vier Jahren wirtet Kurt Züger zusammen mit seiner Ehefrau Brigitte auf der "Alp Scheidegg", dem unbestrittenermassen höchstgelegenen Restaurant im Kanton Zürich. An dieser exponierten Lage werden die Wetterkapriolen intensiver erlebt als anderswo. Zurzeit liegt das Gasthaus tief eingeschneit in einer Bilderbuchlandschaft. Tobt nicht gerade ein Schneesturm, fühlt man sich ganz nah am blauen Himmel oder ist fasziniert vom Farbenspiel während der Dämmerung. Das Panorama umfasst fast die gesamte Kette der Voralpen mit Säntis, Churfirsten, Glärnisch, Mythen, Titlis, Rigi oder Pilatus. Zu Füssen der Alp Scheidegg liegt oft das Nebelmeer und stets der Bachtel.
Mit dem Schlitten in die Schule
In diesem äussersten Zipfel des Kantons Zürich, mit seinen weit verstreuten Weilern und Gehöften, erinnert wenig an die Wirtschaftsmetropole, die weit mehr als die knappe Autostunde entfernt zu sein scheint. Viele Firmen führen ihre ausländischen Geschäftspartner zu einem Mittagessen auf die Alp Scheidegg, um ihnen die andere, die ländliche Seite des Kantons vor Augen zu führen. Bei warmer Witterung auf der Terrasse oder bei garstigen Temperaturen in der mit einem Kachelofen beheizten Gaststube treffen sich auch Schneeschuh-Wanderer, Touren-Skifahrer, Biker, Gleitschirmflieger, Modellflugzeug-Piloten, im Winter Schlittler und im Sommer Töff-Fahrer. Gekocht wird auf einem Holzofen; umso erstaunlicher ist die breite Auswahl an Menus, die den Ausflüglern angeboten wird.
Besonders beliebt ist am Abend der Fondue-Plausch mit anschliessender Schlittenfahrt. Auf der kurvenreichen Privatstrasse hinunter zur Wolfsgrueb und weiter nach Fälmis kam es allerdings immer wieder zu gefährlichen Situationen mit Automobilisten. Seit diesem Winter wurde deshalb ein Fahrverbot erlassen von 14 bis 17 und von 19 bis 22 Uhr. Zudem sind an den gefährlichsten Stellen der Strasse Leitplanken montiert worden, nachdem es in den neunziger Jahren zu drei tödlichen Autounfällen gekommen war. Verantwortlich für die Instandstellung des Schlittelweges ist "Scheidegg"-Wirt Kurt Züger. Die Strasse muss er alleine schon deshalb pfaden, weil er seine zwei Kinder zumeist mit dem Auto in die Schule fährt beziehungsweise von der Schule holt.
Die 12-jährige Tochter Fabienne und der 9-jährige Sohn Dominik besuchen die Gesamtschule in Hüebli, einem Ortsteil von Wald. Zu Fuss hätten sie einen Schulweg von weit über einer Stunde. Wenn es genügend Schnee hat, ist der Schlitten für die beiden Kinder eine willkommene Abwechslung zum "Shuttle-Dienst" der Eltern. Im Herbst möchte Fabienne gerne ins Gymnasium an der Kantonsschule Wetzikon. Das würde allerdings neue logistische Probleme für den Schulweg schaffen. Auch in anderen Bereichen könnten sie nicht einfach auf die Dienste der öffentlichen Hand zurückgreifen, sagt Kurt Züger. Die Post etwa muss er selber holen, den Abfall dafür muss er ins Dorf hinunterbringen. Entschädigt für all diese Anstrengungen werde er, wenn er frühmorgens in die frisch verschneite und unversehrte Landschaft hinaustrete.
Trennung von Gasthaus und Alpbetrieb
1926 wurde auf den Überresten eines abgebrannten Kurhauses der Gastbetrieb aufgebaut. Während über 75 Jahren wirteten drei Generationen der Familie Schnyder auf der Alp Scheidegg. Als die Alpgenossenschaft, der vor allem Landwirte aus der näheren Umgebung angehören, 2001 altershalber eine Nachfolge für das Ehepaar Schnyder suchen musste, wurde bald klar, dass das Gasthaus nicht mehr wie bis anhin vom selben Pächter wie der Landwirtschaftsbetrieb betreut werden kann. Es bringe nichts, auf zu vielen Hochzeiten zu tanzen, sagt Kurt Züger. Er konzentriere sich deshalb auf den Restaurationsbetrieb, während für die Sömmerung der Rinder ein Landwirt und ein Hirt verantwortlich seien.
Das heisst aber nicht, dass auf der Alp Scheidegg im Winterhalbjahr keine Tiere anzutreffen sind. Seit Kurt Züger vor vier Jahren zu seinem 40. Geburtstag einen Esel geschenkt bekommen hat, sind zwei Haflinger-Rosse, ein Maultier, zwei Jersey- Ochsen, zehn Katzen, zwei Hunde, sogenannte Mini-Pigs und weitere Sauen hinzugekommen. Der ansehnliche Tierpark dient aber nicht nur als Streichelzoo für Kinder. An der Metzgete landen zumindest die Sauen auf den Tischen der Gaststube, ebenso einige der Hochlandrinder, die auf der Alp gesömmert werden. Das gehöre eben auch dazu, sagt Kurt Züger, schliesslich wolle er hier oben nicht einfach eine künstliche Idylle pflegen.
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